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Mit niedrigen Zinsen sollte sich niemand abfinden

Mit niedrigen Zinsen sollte sich niemand abfinden

32 Prozent aller Sparer sorgen sich aktuell, dass ihr Erspartes aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase nicht weiter wächst. Für knapp die Hälfte spielen die niedrigen Zinsen bei der Wahl der Geldanlage eine wichtige oder sogar sehr wichtige Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt das Vermögensbarometer des DSGV. Wir sprachen mit Peter Klett, Vorstandsvorsitzender der Weser-Elbe Sparkasse, und Dr. Gabriele Widmann, Volkswirtin bei der Deka, wie Sparer auf die aktuelle Zinssituation reagieren können.

Die Zinsen verharren in ihrem Rekordtief. Was bedeutet das für Anleger, die sich ja der aktuellen Zinssituation durchaus bewusst sind?

Dr. Gabriele Widmann: Es stimmt leider, dass das Niedrigzinsumfeld weiter anhält. Die Inflation ist zwar nicht besonders hoch, schon allein wegen der moderaten Rohölpreisentwicklung. Aber auch niedrige Inflationsraten höhlen über die Zeit das Vermögen aus, wenn es lange Zeit unverzinst bleibt. Und das ist leider derzeit der Fall.

Peter Klett: Eines ist klar: Sparer sollten zu Anlegern werden, wenn der reale Wert ihres angelegten Vermögens nicht weiter sinken soll. Insbesondere beim langfristigen Sparen fürs Alter sollte man Anlagemöglichkeiten wählen, die eine Rendite über der Inflationsrate erreichen. Vor allem für den privaten Vermögensaufbau und die Altersvorsorge werden die Anlagen an den Wertpapiermärkten, insbesondere dem Aktienmarkt, als ein Baustein immer wichtiger.

Selten Aktien als Anlage

Laut einer aktuellen Studie sehen nur 39 Prozent der Menschen aus dem Geschäftsgebiet der Weser-Elbe Sparkasse in Wertpapieren eine aktuelle Anlagealternative. Woran liegt das?

Peter Klett: Das hohe Sicherheitsbedürfnis vieler Deutscher bei der Geldanlage und der für Laien oft unübersichtliche Börsendschungel spielen hier eine Rolle. Die Scheu vor Wertpapieren lässt sich aber mit guter und individueller Beratung verringern. Unsere Berater klären zunächst ab, wie viele Schwankungen der Kunde bereit ist, in Kauf zu nehmen. Dann besprechen sie den Anlagehorizont, also wie lange kann und möchte der Kunde sein Geld anlegen. Passend zu diesen Antworten, zu den Zielen und dem gewünschten Ertrag werden gemeinsam die Anlageklassen ausgewählt: Renten, Immobilien oder Aktien. Über diesen Weg finden Berater und Kunde gemeinsam die passende, zukunftsorientierte Aufstellung für das Vermögen des Kunden.

„Wer in Aktien spart, darf nicht nur auf ein Jahr schauen.“

Dr. Gebriele Widmann

 

Stichwort Sicherheitsbedürfnis: An den Aktienmärkten ging es jüngst turbulent zu. Sollten sich Anleger Sorgen machen?

Dr. Gabriele Widmann: Wer in Aktien spart, darf nicht nur auf ein Jahr schauen. Aktien sind vor allem für den langfristigen Teil des Vermögens gedacht. Wir hatten zwar gerade ein schlechtes Börsenjahr, aber bei einer langfristigen Betrachtung erreichte man im DAX in den vergangenen zehn Jahren einen durchschnittlichen Ertrag von fast acht Prozent pro Jahr. Für die kommenden zehn Jahre halte ich eine durchschnittliche Rendite von fünf bis sechs Prozent für realistisch, wohlgemerkt mit der Betonung auf durchschnittlich. Schwankungen wird es an den Aktienmärkten immer geben.

Peter Klett: Aus eigener Erfahrung ist Ruhe bewahren das Wichtigste bei schwankenden Kursen. Und Geduld. Das ist schwierig, ich weiß. Dafür entschädigt der Aktienmarkt aber mit einer deutlich höheren Rendite als auf dem Sparkonto.

Geduld ist das eine. Welche Regeln sollten Anleger noch beherzigen?

Peter Klett: Regel Nummer Eins lautet: Auf keinen Fall eine Position breit gestreuter Aktien in eine Marktschwäche hinein verkaufen, sondern vielmehr weiter aufbauen, wenn weitere Mittel vorhanden sind. Regel Nummer Zwei lautet: Nicht nur einen oder zwei Aktien-Einzeltitel erwerben, denn hier hat man über das Konkursrisiko eines Unternehmens in der Tat das Risiko des Totalverlusts. Dieses Risiko reduziert man deutlich, wenn man einen großen Aktienkorb, beispielsweise in Form eines Aktienfonds, kauft.

„Wer über breit gestreute Anlagen verfügt, kann sich das Drama in London zumindest von den Auswirkungen auf die Finanzmärkte her relativ gelassen ansehen.“

Peter Klett

 

Zuletzt noch zu einem aktuell heiß diskutierten Thema. Ende März wollen die Briten aus der EU austreten. Welche Folgen hat der Brexit für deutsche Anleger und vor allem für die Unternehmen hierzulande?

Dr. Gabriele Widmann: Kurzfristig kommt das auf die Art des Brexit an. Ein ungeordneter Brexit würde einige Reaktionen an den Finanzmärkten hervorrufen, etwa einen Rückgang an den Aktienmärkten und eine Abwertung des Pfundes. Diese Reaktionen würden allerdings nach einigen Monaten weitgehend verschwinden, wenn es langsam gelingt, das Chaos zu ordnen. Langfristig wären wohl die britischen Märkte stärker betroffen als diejenigen der EU, je nachdem wie sich die britische Wirtschaft in der Unabhängigkeit schlägt.

Peter Klett: Wir raten unseren Kunden zu möglichst breit gestreuten Anlagen mit einer ausreichenden Anzahl unterschiedlicher Anleihen und Aktien. Das bedeutet auch eine internationale Streuung und zwar weltweit. Das Vereinigte Königreich macht etwa 2 Prozent der Weltwirtschaft aus. Wer über breit gestreute Anlagen verfügt, kann sich das Drama in London zumindest von den Auswirkungen auf die Finanzmärkte her relativ gelassen ansehen.

 

Frau Dr. Widmann im Gespräch mit uns

 

Mehr zur Deka

Die DekaBank ist das zentrale Wertpapierhaus der Sparkassen und zählt zu den größten Wertpapier­dienstleistern des Landes. Fest verankert in der Sparkassen-Finanzgruppe engagiert sie sich für die nachhaltige Vermögens­bildung in Deutschland.

 

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