Weser-Elbe Sparkasse  

Die USA haben gewählt – was tut sich auf dem Finanzmarkt?

von Nils Katarius am in Finanzwelt, Wir für Sie1 Kommentar

Aktienanleger in Bremerhaven und im Landkreis Cuxhaven müssen sich nach Wahl von Trump auf stärkere Marktschwankungen einstellen

Die Amerikaner haben gewählt. Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump. Peter Klett, Vorstandsvorsitzender der Weser-Elbe Sparkasse, und Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka, zu den wirtschaftlichen Folgen dieser Entscheidung.

 

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Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka

Peter Klett, Vorstandsvorsitzender der Weser-Elbe Sparkasse

Peter Klett, Vorstandsvorsitzender der Weser-Elbe Sparkasse

 

Herr Klett, was bedeutet die Wahl von Donald Trump für die Finanzmärkte?

Wirtschaftspolitisch wirft seine Wahl eine Menge Fragezeichen auf. Diese Unsicherheit wird sich an den Finanzmärkten zunächst in Form von deutlich erhöhten Schwankungen niederschlagen. Das werden auch unsere Kunden, die in Aktien investiert sind, spüren.

 

Was heißt das konkret für die Anleger in Bremerhaven und im Landkreis Cuxhaven?

(Klett) Es wird in den nächsten Tagen zunächst negative Marktreaktionen geben. Davon sollten insbesondere sichere Anlagehäfen profitieren. Für Anleger in unserer Region, die in ihrem Portfolio den US-Aktienanteil erhöhen möchte, bieten sich rund um die Wahl bei eventuellen Kursrücksetzern Einstiegsmöglichkeiten. Allerdings erachten wir US-Aktienanlagen gegenüber europäischen zurzeit als etwas weniger attraktiv. Alle weiteren Markt-bewegungen rund um die Wahlen können unsere Kunden am besten indirekt durch ein breit gestreutes Anlagekonzept ausnutzen.

 

Und wie wird es mittel- bis langfristig an den Märkten weitergehen?

(Klett) Nach einem ersten Schock könnte sich vermutlich relativ rasch die Einschätzung am Markt durchsetzen, dass sich auch unter Trump ökonomisch nicht viel verändert. Wir rechnen daher mit Erholungsbewegungen, sodass die vorherigen Kurse an den Renten- und Aktienmärkten wieder weitgehend erreicht werden könnten. Auf mittelfristige Sicht könnten die Folgen für den Markt aber weitaus problematischer sein. Das liegt an den politischen Unwägbarkeiten im globalen Kontext sowie in Bezug auf die Zentralbank. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich diese auf die Kapitalmärkte erst im Laufe des kommenden Jahres oder darüber hinaus niederschlagen werden. Da die jeweiligen Auswirkungen oftmals gegenläufige Marktreaktionen verursachen können, wäre im Falle einer Wahl von Trump in den kommenden Jahren mit erhöhten Marktschwankungen zu rechnen.

 

Donald Trump wird am 20. Januar 2017 vereidigt. Welchen Kurs wird er bei den Handelsbeziehungen einschlagen, Herr Dr. Kater?

Die Wahl Trumps als US-Präsident ist ein weiterer Schritt in eine „entglobalisierte“ Welt, in der neue Handelsschranken hochgezogen werden. Denn Trump plant die massive Anhebung von Importzöllen gegenüber China und Mexiko. Dies würde den Wachstumsausblick nicht nur für die USA, sondern auch für den Rest der Welt verschlechtern, insbesondere für stark exportorientierte Länder wie Deutschland.

 

Wird die US-Notenbank ihren bisherigen Kurs unter Trump beibehalten können?

(Kater) Das ist fraglich. Unter einem Präsidenten Trump wären gleich drei geldpolitische Themenbereiche bei der US-Notenbank betroffen: der geldpolitische Kurs der Fed, die Besetzung der Position des Fed-Präsidenten und die Unabhängigkeit der Fed in der derzeitigen Form.

 

Schauen wir noch einmal auf das Wahlprogramm von Donald Trump. Wird er es Ihrer Meinung nach durchsetzen können?

(Kater) Im Wahlkampf hat Trump unter anderem von einer geplanten Steuersenkung für private Haushalte und Unternehmen in Höhe von knapp 34 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gesprochen. Dies müsste durch erhöhte Staatsverschuldung finanziert werden. Für Pläne wie diese hat er aber offenbar nicht einmal in der eigenen Partei eine Mehrheit. Die Umsetzung seines Wirtschaftsprogramms wird daher wohl nur sehr eingeschränkt gelingen. Wir gehen insgesamt davon aus, dass der Präsident Trump in wirtschaftlicher Hinsicht anders handeln wird als es der Wahlkämpfer Trump angekündigt hat.

Offene Fragen

  • Wo finde ich Informationen zum Thema Geldanlage?
    Die Berater der Weser-Elbe Sparkasse stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Erste Informationen finden Sie auch unter wespa.de
  • Wo finde ich weitergehende Information zur US-Wahl?
    Dr. Kater widmet sich dem Thema ausführlich in seinem Kolumne Katers Welt
  • Wer ist überhaupt Dr. Ulrich Kater?
    Dr. Ulrich Kater (50), studierte Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Göttingen und Köln. Promotion 1995 am Finanzwissenschaftlichen Lehrstuhl der Universität zu Köln, daneben Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität Köln, der Fachhoch-schule Köln und der European Business School. Von 1995 bis 1999 war Kater im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich.
    Seit 1999 Mitarbeit am Aufbau der Volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank, seit 2004 Chefvolkswirt der DekaBank, Vorsitzender der Kommission Wirtschaft und Finanzen im Verband Öffentlicher Banken seit 2006. Weitere Lehraufträge an der Universität Witten-Herdecke und der Zeppelin University Friedrichshafen.
    Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu den Themen Geldpolitik, Währungspolitik, internationale Kapitalmärkte, Finanzpolitik, Alterssicherungs-systeme und internationaler Dienstleistungshandel, etwa: „100 Konjunkturindikatoren“, Cometis-Verlag, 2008, „Handbuch Europäische Zentralbank“, Uhlenbruch-Verlag 2005.
  • Wer oder was ist eigentlich die Deka?
    Die DekaBank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen. Gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften bildet sie die Deka-Gruppe. Mit Total Assets in Höhe von rund 245 Mrd. Euro (per 30.06.2016) sowie rund vier Millionen betreuten Depots ist sie einer der größten Wertpapierdienstleister in Deutschland. Sie eröffnet privaten und institutionellen Anlegern Zugang zu einer breiten Palette an Anlageprodukten und Dienstleistungen. Die DekaBank ist fest verankert in der Sparkassen-Finanzgruppe und richtet ihr Angebotsportfolio ganz nach den Anforderungen ihrer Eigentümer und Vertriebspartner im Wertpapiergeschäft aus.

Lesetipp

 

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Ein Kommentar

  1. Stefan sagt am 15. November 2016 um 08:14 Uhr

    Der nächste kurze Einbruch kommt sicherlich bei der Amtseinführung im Januar.

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