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Finanzwissen: Aktienindizes

Das Urgestein unter den Aktienindizes: Der Dow Jones

 

Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher die Bezeichnung des US-Aktienindex Dow Jones stammt? Im 19. Jahrhundert gründete der Journalist und Wirtschaftswissenschaftler Charles Henry Dow gemeinsam mit zwei Mitstreitern eine Agentur für Finanznachrichten namens „Dow Jones & Company“. Dow beschäftigte sich auch mit der Kategorisierung von Aktien und fragte sich, wie man die Entwicklung an der Börse anschaulich darstellen kann. Seine Theorie: Die Mehrheit aller Aktien bewegt sich in gleicher oder ähnlicher Weise, daher kann die Tendenz des Gesamtmarkts durch die Betrachtung einer Auswahl dargestellt werden.

 

Dow entwickelte 1884 einen Index, um die Schwankungen von Aktienkursen einordnen zu können. Entsprechend ihrer damaligen Bedeutung in den USA enthielt der Index vor allem Eisenbahnunternehmen. Zwölf Jahre später konstruierte Dow für das „Wall Street Journal“ den noch heute weltweit beachteten Dow-Jones-Index, der vorwiegend die aufstrebende Industriebranche abbildete. Um den Wert des Index zu berechnen, addierte Dow die Kurse von zwölf an der New Yorker Börse gelisteten Aktien und teilte die Summe durch zwölf.

 

Inzwischen gibt es zahlreiche weitere Aktienindizes: Der DAX ist das bekannteste Börsenbarometer in Deutschland, der Nikkei 225 Gradmesser für die Entwicklung der japanischen Börse. Der wichtigste Aktienindex am Finanzplatz London heißt FTSE 100, und der EURO STOXX 50 misst die Kursentwicklung von 50 großen Unternehmen der Eurozone. Die Zahlen geben an, wie viele Werte im jeweiligen Index vertreten sind.

 

Die Anzahl der Indizes ist über die Jahre deutlich gestiegen. So werden etwa in den USA nicht nur Dow Jones, der marktbreite S&P 500 oder der Technologie-Index Nasdaq berechnet, sondern beispielsweise auch der Russell 2000 mit Fokus auf Nebenwerte. In Deutschland besteht die Index-Familie nicht nur aus dem Aushängeschild DAX, sondern auch aus dem MDAX für mittelgroße Unternehmen, dem TecDAX für Technologiewerte und dem SDAX für kleinere Firmen.

 

Ein wichtiger Aspekt ist die Unterscheidung von Kurs- und Performanceindizes. Bei einem Kursindex, dazu zählt beispielsweise der EURO STOXX 50, wird der Indexstand ausschließlich auf Basis der Aktienkurse ermittelt. Das heißt: Wenn ein Unternehmen eine Dividende ausschüttet, dann bildet der Kursindex auch die dann üblichen Kursabschläge ab. Beim Performanceindex werden Dividenden hingegen berücksichtigt. Es wird davon ausgegangen, dass alle Dividenden und sonstige Einnahmen, wie zum Beispiel Bezugsrechtserlöse, wieder in die Aktien des Index reinvestiert werden. Die wichtigsten Börsenbarometer werden meist sowohl als Kurs- als auch als Performanceindex berechnet; beide entwickeln sich im Zeitablauf immer weiter auseinander. So übertraf beispielsweise der DAX-Performanceindex erstmals im Juni 2007 sein bisheriges Allzeithoch aus dem Jahr 2000, während der DAX-Kursindex dies erst im April 2015 schaffte.*

 

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Alle Indizes haben eines gemeinsam: Sie sind Indikatoren für die Entwicklung eines Gesamt- oder Teilmarktes, einer Branche oder einer Region. Charles Dow war schon früh von ihrem Nutzen überzeugt: Er ging davon aus, dass der Markt alles wisse und die Indizes alle relevanten Informationen widerspiegeln.

 

* Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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